Das unerkannte Potential der Melisse

Die Herkunft der Melisse

Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist die bekannteste von vier vorkommenden Arten aus der Gattung der Melissen. Sie kommt in gemäßigten und warmen Regionen Europas, bevorzugt jedoch im östlichen Mittelmeerraum vor, sie findet sich auch in Nordafrika bis nach Zentralasien. Arzneimittel werden aus den Laubblättern (Melissa folium) erzeugt. Zerreibt man diese, entwickelt sich der charakteristische Duft, der der Pflanze ihren Namen gibt. Extrakte aus Blättern der Melisse werden schon seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin als Sedativum bei Anspannungs-, Unruhe und Angstzuständen und auch bei Schlafstörungen eingesetzt. Über ihre medizinische Anwendung wurde schon etwa 300 vor Christus berichtet. Paracelsus pries die Melisse als Heilmittel für „alle Leiden, die auf eine gestörte Funktion des Nervensystems zurückzuführen“ seien, und Arzneibücher aus dem 17. Jahrhundert hoben die positiven Wirkungen auf Gedächtnis, kognitive Leistungen und Stimmung hervor (Kennedy, 2014).

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Wirkung

Die sedativen und anxiolytischen (d.h. angstlösenden) Eigenschaften wurden gerade in den letzten Jahren einer systematischen wissenschaftlichen Analyse unterzogen, und die Zitronenmelisse gilt als eine der Pflanzen, für die sowohl nach akuter als auch nach chronischer Gabe angstlösende Eigenschaften gezeigt werden konnten (Sarris et al., 2013). Diese sind durch die potenten Wirkungen auf den hemmenden Neurotransmitter GABA (g-Aminobuttersäure) zu erklären (Awad et al., 2007). Auch stimmungsaufhellende und pro-kognitive Eigenschaften werden Extrakten der Pflanze zugeschrieben (Scholey et al., 2014). Kognitionsfördernde Wirkungen der Zitronenmelisse, die auch schon vor 2000 Jahren beschrieben wurden, werden auf die stimulierenden Wirkungen von muskarinischen und nikotinischen Acetylcholinrezeptoren zurückgeführt (Kennedy und Scholey, 2006). Daher wird der Pflanze auch Potential bei neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere der Alzheimer-Demenz, zugeschrieben.

Zitronenmelisse wurde auch in verschiedenen, auch doppelblinden, placebokontrollierten Studien in Kombinationen mit anderen Phytopharmaka, z.B. Passionsblume oder Baldrian, die beide in Mindme® Night enthalten sind, geprüft (Übersicht in Schilcher et al., 2010).

Einsatz von Melisse bei Mindme® 

In Mindme® Relax sind 1000 mg eines Extraktes der Zitronenmelisse enthalten.

Weiterführende Literatur

Awad R, Levac D, Cybulska P, Merali Z, Trudeau VL, Arnason JT. Effects of traditionally used anxiolytic botanicals on enzymes of the gamma-aminobutyric acid (GABA) system. Can J Physiol Pharmacol 2007; 85: 933-942

Kennedy DO. Plants and the human brain. Oxford University Press, New York 2014

Kennedy DO, Scholey AB. The psychopharmacology of European herbs with cognition-enhancing properties. Curr Pharm Des 2006; 12: 4613-4623

Sarris J, McIntyre E, Camfield DA. Plant-based medicines for anxiety disorders, part 2: a review of clinical studies with supporting preclinical evidence. CNS Drugs 2013; 27: 301-319

Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. Elsevier, München, 4. Aufl. 2010

Scholey A, Gibbs A, Neale C, Perry N, Ossoukhova A, Bilog V, Kras M, Scholz C, Sass M, Buchwald-Werner S. Anti-stress effects of lemon balm-containing foods. Nutrients 2014; 6 :4805-4821